Trauertreff Sonnenblume

Lange Str. 62, 26919 Brake


 

 

Für schwere Stunden, zum Erinnern, zum Nachdenken, haben wir hier Trauergedichte gesammelt:

 

Ich muss Abschied nehmen.

Sagt mir Lebewohl, Ihr Lieben.

Ich verneige mich vor Euch allen.

Ich nehme Abschied von Euch.

Die Schlüssel zu meiner Tür gebe ich zurück.

Nichts will ich mehr aus meinem Haus.

Ich bitte nur um Eure letzten lieben Worte.

Lange waren wir Nachbarn.

Aber ich empfing mehr als ich geben konnte.

Nun hat sich der Tag geneigt.

Die Lampe,

die meinen dunklen Winkel erhellte, verlöscht.

Der Ruf ist ergangen.

Ich bin zum Aufbruch bereit.

 

Tagore

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Dankbar sollst Du und mit Bewusstsein leben!

Acht auf Dein Glück, dass es Dir nicht zerrinnt.

Kein Gott kann dir Verlorenes wiedergeben,

es kommen Tage, die die Letzten sind.

 

Denk wohl daran bei allen Tun und Lassen,

dass jede Stunde heiligen Wert gewinnt,

und lern das Leben als Geschenk erfassen,

es kommen Tage, die die Letzten sind.

 

Lass Dich allein von edlen Trieben lenken,

streu Deine Kraft nicht nutzlos in den Wind,

dass Du beglückt kannst an Vergangenes denken

in jenen Tagen, die die Letzten sind.

 

Und rückhaltlos genieße reine Freuden,

sei nicht für Erdenschönheit blind.

Dein Leben kann ein langes Fest bedeuten

bis in die Tage, die die Letzten sind.

 

Dann wird es sich am Ende nicht ergeben,

wenn sich der letzte Kampf entspinnt,

dass Du dich härmst um ein verfehltes Leben,

in jenen Stunden, die die Letzten sind.

 

Rudolf Schlatter

 

Diese Verse stammen aus der Sammlung des verstorbenen Trauersprechers

und ehemaligen Braker Bürgermeister Robert Brand.

 

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Nun stehen wir schweigend

vor erloschenem Leben.

In dunkler Trauer

schwermutvollem Weben

Sind wir dem Menschen,

der verging, verbunden.

Was unser Herz

in seinem Bann empfunden,

das lebt nun weiter

auf verschwiegenem Pfaden

um dann und wann,

mit eignem Glanz beladen,

uns eigen tröstlich

durch den Lauf der Zeiten

mit seinem Bilde heimlich zu begleiten.

 

Erich Limpach

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Eegentlich  wull eck noch 'n bet´n länger bleem,
eegenlich wull eck noch nich gohn.
 
Weer noch veel to seggen un veel to kreegen,
har mi noch so veel vörnohm.
 
Weer noch eegentlich geern 'n bet´n länger bleem,
doch de Tied löpt gau vörbi.
 
Doran kann keener wat ännern,
doran kann keener wat dreihn.
 
Un schullst Du di doran ärgern,
will ick hoffen, Du kannst mi dat verzeihn.
 
Man kann nich immer alles regeln,
mutt uk lehrn, sick to fögen.
 
Un kunn man sülben allens verännern,
weer ick glieks dorbi, dat mußt Du mi glöben.
 
Weern noch eegentli geern 'n bet länger bleem,
doch de Tied löpt gau vörbi.
 
Wo eck afbliev, dat kann nums seggen,
doch vergeten war'ck Di nie.
 
Wat passeert, wer weet,
bloß eens kann'ck seggen,
in mien Hart blivt Platz för Di.
 
(Godewind)

 

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Trauer heißt: den Schmerz annehmen,
dem Schmerz Raum geben, ihm Zeit geben.
Dieser Schmerz, er wird vergehen.
Nicht heute, nicht morgen.
Er hat seinen eigenen Weg.
Und dieser Weg heißt Hoffnung, Geduld und Zuversicht.


(Sabine Coners )


Die Hoffnung, dass etwas
von dir für immer bleibt-
diese Hoffnung trägt mich,
diese Hoffnung begleitet
mich, diese Hoffnung
tröstet mich.


(Sabine Coners )